Legenden des Karate:

Kyoda Jûhatsu und sein Tôon-Ryû

 

– verfasst von Matthias Golinski –

  

Kyoda Jûhatsu wurde am 5. Dezember 1887 auf Okinawa geboren. Bereits früh wurde er von seinen Freunden „Sutaguwa“ („Der kleine Starke“) genannt. Sein Vater Juko, der auch als „Maushichi“ („wissender Mann“) bezeichnet wurde, entdeckte früh die natürliche Kraft seines Sohnes und empfahl ihm Unterricht im Karate zu nehmen [1] . Kyoda besuchte daraufhin zunächst einmal die ‚Shuri Jinjô Shô Gakkô' (Allgemeine Grundschule von Shuri) [2] .

1902, im Alter von 15 Jahren, begann Kyoda dann sein Karatetraining in Higashionna Kanryôs (1853-1915) Dôjô im Stadtteil Nishi-machi in Naha. Higashionna, „Der Heilige des Faustschlags“ (Kensei) war zu dieser Zeit bereits ein renommierter Meister des Naha-Te und hatte ausgiebig bei bekannten Lehrern wie etwa Aragaki Seisho Tsuji Pechin (1840-1918 oder 20), Ryûrû Ko (1852-1930, chin.: Xie Zhongxiang), Wai Xinxian und Kojo Taite (1837-1917) geübt [3] . Außerdem hielt er sich 13 Jahre lang (von 1876-1888) zum Studium der Kämpfkünste in Fukien (Südchina) auf [4] .

 

Kyoda Jûhatsu

 

Higashionna Kanryô

Einen Monat nach Kyodas Eintritt wurde auch Miyagi Chôjun (1888-1953) von Higashionna als Schüler akzeptiert. 1909 kam, durch Vermittlung Miyagis, auch Mabuni Kenwa (1889-1952) als Schüler in das Dôjô [5] .

Higashionna unterrichtete ein stark von seinen Erfahrungen in den chinesischen Künsten geprägtes Karate [6] . Die Grundlage des Stils bildete die Kata Sanchin (Drei Kriege). Sie dient dem Studium der Atemtechnik und der Kontrolle der inneren Energie (jap.: Ki, chin.: Chi). Ihr folgten die Kata Seisan (Dreizehn), Sanseru (Sechsunddreißig) und Pechurin (Einhundert stetige Schritte). Darüber hinaus wird Higashionna wohl auch ein gewisses Augenmerk auf die Abhärtung des Körpers (jap.: Kitae), sowie auf die Übung der klebenden Hände (jap.: Kakie) zur Kontrolle der Nahdistanz gelegt haben. Er soll auch den Umgang mit einigen chinesischen Waffen unterrichtet haben, wobei Miyagi diesen wohl niemals erlernte [7] .

 

Kyoda trainierte gewissenhaft unter Higashionna, bis zu dessen Tod am 04. Dezember 1915 [8] . Er ist damit nachweislich der einzige Schüler Higashionnas, der sämtliche Kata seines Stils von Higashionna selbst erlernte [9] .

Kyoda studierte außerdem unter Higashionna Kanyû (1849-1922), einem Cousin seines Lehrers Higashionna Kanryô. Er war der Vater des bekannten okinawanischen Historikers Dr. Higashionna Kanjun (1882-1963) und umfassend in Kalligraphie und chinesischer Kultur geschult. Higashionna Kanyû wurde wegen seines Wohnorts Naha-Higashimura (Naha Ost-Stadt) häufig auch einfach ‚Higashionna-Ost' genannt [10] . Er hatte die Kampfkünste ausgiebig unter Wai Xinxian geübt und lehrte Kyoda dessen Seisan-Variante. Kyoda entschloss sich daraufhin, diese Seisan-Form anstatt der Version von Higashionna Kanryô in seinen Stil Tôon-Ryû aufzunehmen [11] .

Nach seiner Schulausbildung, entschloss sich Kyoda selbst das Lehramt zu erlernen und studierte an der ‚Pädagogischen Hochschule Okinawas' (Okinawa-Ken Shihan Gakkô). Dort soll er auch Yabu Kentsû (1866-1937), einem weiteren Schüler Itosu Ankôs, begegnet sein. Yabu hatte 1895 in der japanischen Armee gegen die Chinesen gekämpft und den Rang eines „Leutnant“ erhalten [12] . Dennoch wurde er nach dem Krieg gemeinhin als „der Sergeant“ bezeichnet. An der ‚Shihan Gakkô' unterrichtete er Militärstrategie und Karate [13] . In dieser Zeit soll Kyoda von Yabu die Kata Jion erlernt haben [14] .

Kyoda unterrichtete nach seinem Abschluss an verschiedenen Schulen, wie etwa der Grundschule von Tomari oder der „städtischen höheren Grundschule von Naha“. Dort soll er 1913 unter anderem Funakoshi Gichin (1868-1957) als Kollegen gehabt haben [15] .

 

1913: Higashionna Kanryô (vorne 2.v.r.), Miyagi Chôjun (hinten Mitte), Kyoda Juhatsu (hinten, 2.v.l.)

 

Kyoda unterrichtet Schüler der „Chû Gakkô“ (1937)

 

Schließlich wechselte Kyoda an die Grundschule von Haku und wurde dort Direktor. 1938 wurde er Direktor der Mittelschule von Koshin.

1918 gründete Mabuni Kenwa das ‚Karate Kenkyûkai' [16] . Diese ‚Gesellschaft zur Erforschung der Chinesischen Hand' war seinerzeit etwas Besonderes und zählte neben Kyoda eine beachtliche Anzahl von Kampfkunstmeistern zu ihren Mitgliedern. [17] Wahrscheinlich kam Kyoda hier mit dem chinesischen Teekaufmann und Quanfa-Experten Wu Xiangui (1886-1940, jap.: Go Kenki) in Kontakt. Er war 1910 nach Okinawa gesiedelt und arbeitete dort für die ‚Eiko Chako Tee-Gesellschaft' [18] . Wu Xiangui lehrte Baihe Quan (Stil des Weißen Kranichs) und unterrichtete später neben Kyoda auch Miyagi Chôjun und Mabuni Kenwa. Von ihm lernte Kyoda die Kata Nepai (Achtundzwanzig Schläge), welche er ebenfalls in seinen Stil aufnahm [19] .

 

Aus Respekt und tiefer Achtung gegenüber seinem Hauptlehrer Higashionna Kanryô bezeichnete Kyoda seine Karate-Auffassung schließlich als Tôon-Ryû („Schule von Higashionna) [20] .

Am 2. März 1934 wurde Kyoda vom Gouverneur von Okinawa zum offiziellen Vertreter des Fachbereichs Karate in der Okinawa-Abteilung des „Dai Nippon Butokukai“ (Großjapanische Gesellschaft für Kampfkunsttugend, DNBK) ernannt [21] .

Gut vier Jahre später, am 4. Mai 1938, wurde Kyoda vom japanischen Kaiser Hirohito (Shôwa tennô, 1901-1989) persönlich der Sho-Nanai-Preis verliehen.

 Nach seiner Pensionierung im Jahre 1944 zog Kyoda nach Beppu (Präfektur Oita) auf der Insel Kyûshû. Dort lebte er zusammen mit seinem dritten Sohn Juko im Gebäude einer Telefon- und Telegraphen-Firma [22] . Kyoda Jûhatsu verstarb am 31 August 1968.

 

Gôjû-Ryû und Tôon-Ryû

Obwohl Miyagi Chôjun und Kyoda Jûhatsu ausgiebig bei Higashionna Kanryô trainierten, unterscheiden sich die von ihnen entwickelten Kampfstile Gôjû-Ryû und Tôon-Ryû bedeutend voneinander.

Ebenso wie Miyagi unterrichtete auch Kyoda die Kata Sanchin, Seisan, Sanseru und Pechurin. Allerdings weichen diese z.T. gravierend voneinander ab. So wird etwa die Sanchin im Tôon-Ryû, ähnlich wie im Uechi-Ryû, mit geöffneten Händen geübt [23] . Ebenso erinnert auch die Atemtechnik der Kata eher an das Uechi-Ryû [24] .

Kyoda übernahm die Seisan, wie erwähnt, von seinem Lehrer Higashionna Kanyû und nicht wie Miyagi von Higashionna Kanryô. Während es sich bei Pechurin lediglich um die ursprüngliche Bezeichnung der Suparempei (Einhundertacht) handelt, sind die beiden Sanseru-Formen sehr unterschiedlich. Wie erwähnt hat Miyagi die Sanseru nicht von seinem Lehrer Higashionna Kanryô erlernt. Woher Miyagi seine, heute im Gôjû-Ryû geübte, Sanseru-Form hat, ist nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich hat er sie während seines Aufenthalts in Fukien erlernt.

Die Übung Rokkishu (Technik der sechs Hände) basiert auf den „6 Ji-Händen“ des Bubishi und wird im Tôon-Ryû nach der Sanchin gelehrt [25] . Sie ist keine Kata im klassischen Sinne, sondern eher eine Techniksequenz [26] . Miyagi entwickelte seine Kata Tenshô (Drehende Hände“) ausgehend von diesen Techniken des Bubishi.

Aus dem Training mit Wu Xiangui übernahm Kyoda die Kata Nepai. Somit ist Tôon-Ryû der einzige klassische Stil, in dem heute noch die ursprüngliche Nepai-Form Wu Xianguis unterrichtet wird. Aus Yabu Kentsûs Unterricht kam zusätzlich die Kata Jion hinzu.

Miyagi (links) und

Kyoda beim Training

Tôon-Ryû

 

Neben den Kata(-Varianten) unterscheiden sich die beiden Stile auch bei der Ausführung diverser Techniken. Auffallend ist hier zuerst einmal die Hüft-Haltung der passiven Hand (Hikite). Diese erinnert eher an bekannte vom Shuri-Te geprägte Stile, als an das klassische Gôjû-Ryû [27] . Ebenso sind die Stellungen wesentlich beweglicher und die Techniken runder und fließender als in der Miyagi-Schule. Das Tôon-Ryû verwendet auch kaum schnappende Fußstöße [28] . Sämtliche Tritte werden tief gestoßen oder gestampft. Häufig werden sogar die Zehen als Auftrefffläche eingesetzt.

Der Einsatz von ‚Muchimi', also schwerer, klebender aber dennoch elastischer Techniken, ist weit seltener als im Gôjû-Stil [29] .

Obwohl durch den häufigen Einsatz der geschlossenen Faust ein deutlich okinawanischer Einfluss verbleibt, erscheinen die Bewegungen des Tôon-Ryû insgesamt wesentlich stärker chinesisch beeinflusst [30] . Hieraus kann gefolgert werden, dass diese der ursprünglichen Lehre Higashionna Kanryôs näher sind als die Interpretation Miyagis [31] .

Neben den sechs Kata beinhaltet das Tôon-Ryû auch eine Reihe von zusätzlichen Übungen. So entwickelte Kyoda etwa extra die 3 Shiho-Uke-Formen, welche die Prinzipien des Blockens in vier Richtungen beinhalten oder das Ten-I-Happo und das Dakô, welche die Grundlagen der Fußbewegung im Raum vermittelt. Außerdem beinhaltet der Stil auch diverse Übungen zur Abhärtung der Arme (Kote Kitae) und Beine (Ashi Kitae), sowie den Umgang mit traditionellen Trainingsgeräten, wie etwa dem Makiwara (Schlagposten), Chi'shi (Steingewicht mit Stil), Tan (Langhantel), Nigiri Game (Greifkrug) oder Kakiya (einarmige Holzpuppe).

Darüber hinaus werden im Tôon-Ryû auch mehrere Waffen-Kata unterrichtet. Wie bereits erwähnt, erlernte Kyoda den Umgang mit einigen chinesischen Waffen (wahrscheinlich Schwert und Speer) von seinem Lehrer Higashionna Kanryô. Weiterhin soll er sich einmal wöchentlich mit einem chinesischen Lehrer im ‚Da Dao' (Bronzeschwert) geübt haben [32] . Diese Bezeichnung könnte auf Wu Xiangui zutreffen.

Heute wird im Tôon-Ryû der Umgang mit dem , Sai und Nunchaku, über die Kata Soeishi no kon, Tsuken shitahaku no sai und Chatan yara no sai unterrichtet. Für die Techniken des Nunchaku gibt es nach Mario McKenna keine eigene Kata [33] .

  

Während das Gôjû-Ryû maßgeblich durch das Wirken von Miyagi Chôjun und Yamaguchi Gôgen (1909-1990) über die Jahre zum weltweit zweitgrößten Karatestil (nach dem Shôtôkan) aufstieg, wurde das Tôon-Ryû lediglich im kleinen Kreis und ohne jede Promotion vom Meister an den Schüler weitergegeben. Unter Kyoda selbst gab es noch nicht einmal ein Graduierungssystem [34] . Neben seinem Sohn Juko wurde der Stil von Kyoda selbst an Iraha Choko, Murakami Katsumi und Kanzaki Shigekazu vermittelt. Kanzaki wurde am 22. April 1928 geboren und begann 1952 sein Training bei Kyoda Jûhatsu. Er steht heute dem Stil vor und lehnt den sportlichen Wettkampf ab.

 

„Wahres Karate bedeutet nicht nur den eigenen Körper, sondern auch den Geist zu trainieren. Dadurch, so meine ich, verbessert man nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit. Nimm viel von dem Wissen deines Lehrers auf und analysiere seine Methoden, Ideen und Konzepte. So folgst du der okinawanischen Idee des Shu-Ha-Ri. Vermeide Konflikte und jede verbale und körperliche Gewalt.“

- Kyoda Jûhatsu - [35]

 

Endnoten


[1] Vgl. Estrada.

[2] Laut Estrada soll Kyoda dort am regulären Karateunterricht von Hanashiro Chômo (1869-1945), einem Schüler von Itosu Ankô (1832-1915) und Matsumura Sôkon (1789-1890), teilgenommen haben. Aufgrund des hohen Engagements von Itosu Ankô wurde Karate zur physischen Erziehung der Kinder an Okinawas Schulen unterrichtet. Der Unterricht fand zuerst in der Okinawa Kenritsu Chû Gakkô' (‚Mittelschule der Präfektur Okinawa' ab 1911: ‚Kenritsu Dai Ichi Chû Gakkô' ‚Erste Mittelschule der Präfektur Okinawa') und dem ‚Okinawa Ken Shihan Gakkô' (Pädagogische Hochschule Okinawas') wahrscheinlich im Fach Turnen statt. Kurz darauf wurde er auch auf die ‚Shuri Jinjô Shô Gakkô' ausgedehnt. In welchem Jahr genau Karate erstmalig an einer okinawanischen Schule unterrichtet wurde, ist allerdings ungeklärt. Die Angaben variieren, je nach Quelle, zwischen April 1901 und 1909. Michihara/Yen schließen, nach umfassendem Quellenstudium, auf 1909. Dieses spätere Datum ist als wahrscheinlich anzusehen, da Itosu im Oktober 1908 dem Bildungsministerium der Präfektur seine „Zehn Paragraphen der Chinesischen Hand“ (Karate Jukkajô) übersandte, in denen er für eine Einführung des Karate in den Schulunterricht plädiert. In der Literatur wird dieses Dokument häufig im Zusammenhang mit dem Jahr 1905 erwähnt. Allerdings macht der Text selbst keinerlei Anmerkungen zu einer bereits erfolgten Schuleinführung. Stattdessen schreibt Itsou: „Wenn die Kinder von der Grundschule an Tôde [Karate] üben würden, wären Sie gut für den Militärdienst vorbereitet. […] Entsprechend sollte Tôde von nun an von der Grundsschule aufwärts zur Grundlage aller Sportstunden werden. […] meiner Meinung nach sollten alle Studenten am ‚Okinawa Ken Shihan Gakkô' Tôde üben, damit sie nach ihrem Abschluss die Kinder so unterrichten können, wie ich sie unterrichtet habe.“ Vgl. Bishop (1999), S. 89f.

Nimmt man folglich 1909 als Ausgangspunkt, wäre Kyoda mit weit über 20 Jahren allerdings bedeutend zu alt für die Schulausbildung. Entsprechend ist Estradas Anmerkung zumindest kritisch zu sehen.

[3] Vgl. McCarthy (1995), S. 36f. und Higaonna (1985), S. 25.

[4] Vgl. Hokama (2005), S. 18f.

[5] Vgl. Moledzki, S. 1. Es ist durchaus möglich, dass sich Kyoda, Miyagi und Mabuni bereits von der ‚Shuri Jinjô Shô Gakkô' her kannten. Nach McCarthy (1999), S. 4 soll Mabuni ebenfalls Karate im Schulunterricht von Hanashiro gelernt haben. Vgl. hierzu auch Endnote 2. Außerdem kannte Mabuni Miyagi nachweislich von dort. Vgl. Bittmann, S.111.

[6] Diese waren vermutlich insbesondere Mönchsfaust (chin. Luohan Quan) und singender Kranich (chin. Minghe Quan).

[7] Vgl. McCarthy (1995), S. 39.

[8] Higashionna verstarb am ersten Samstag im Dezember. Daraufhin soll Kyoda im Gedenken an seinen Lehrer am jeweils ersten Samstag des Monats alle seine Schüler die Kata Sanchin geübt haben lassen. Vgl. Estrada.

[9] Vgl. McKenna (Nahate). Obwohl Miyagi ebenfalls ein treuer Schüler Higashionnas war, wurde ihm diese Ehre nicht zuteil. Da Miyagi 1909 zum Wehrdienst in Kumamoto eingezogen wurde, konnte er zwei Jahre lang nicht bei Higashionna trainieren. Vgl. Bittmann (2000), S. 106. In dieser Zeit hat Kyoda die Kata Sanseru von Higashionna erlernt, worauf Miyagi äußerst neidisch gewesen sein soll. Vgl. Ravignat (2004b), S. 17. Nach McKenna soll Miyagi die heute im Gôjû-ryû geübte Sanseru-Variante während seines Aufenthalts in Fukien (1915) erlernt haben. Vgl. Ravignat (2004b), S. 16.

[10] Vgl. McCarthy (1995), S. 36. Higashionna Kanryô wohnte in Naha-Nishimura (Naha West-Stadt) und wurde demnach auch ‚Higashionna-West' genannt.

[11] Warum Kyoda dies tat, kann nicht eindeutig geklärt werden. Ravignat ist der Ansicht, dass Kyoda diese Form erhalten wollte und die Higashionna Kanryô-Version schließlich bereits im Gôjû-Ryû weitergegeben wurde. Vgl. Ravignat (2004b), S. 16. McKenna merkt an, dass Kanryô ursprünglich beide Varianten zu einer Seisan kombinieren wollte. Dies sei allerdings niemals passiert. Vgl. McKenna (2005), S. 12.

[12] Vgl. Kim (1998), S. 64f.

[13] Vgl. Estrada.

[14] Vgl. McKenna (Nahate).

[15] Vgl. Estrada. Funakoshi sollte in den folgenden Jahren maßgeblich an der Verbreitung des Karates in Japan beteiligt sein.

[16] Vgl. Bittmann (2000), S. 111.

[17] Wer genau Mitglied der Gesellschaft war ist unklar. Fest steht jedoch, dass mit Hanashiro Chômo (1869-1945), Miyagi Chôjun, Funakoshi Gichin (1868-1957), Chibana Chôshin (1885-1969), Yabu Kentsû (1863-1937), Yabiku Moden (1882-1945), Tang Daiji (1887-1937), Kyan Chôtoku (1870-1945), Sokon Hôhan (1889-1982), Motobu Chôyû (1857-1927) und Wu Xiangui sowohl Meister des Shuri-Te, des Naha-Te und des chinesischen Quanfa dort unterrichteten. Vgl. Bittmann (S. 111), und McCarthy (1999, S. 8).

[18] Vgl. Ravignat (2005), S. 12.

[19] Nach Ravignat soll Miyagi ebenfalls die Nepai von Wu Xiangui erlernt und sogar seinem Schüler Higa Seikô (1898-1966) unterrichtet haben. Vgl. Ravignat (2005),S 12. Aus unerfindlichen Gründen wurde diese aber nicht innerhalb der Gôjû-Tradition weitergegeben. Mabuni Kenwa hat die Nepai-Kata ebenfalls von Wu Xiangui erlernt und diese dann in abgewandelter Form unter der Bezeichnung Nipaipo in seinen Stil Shitô-Ryû aufgenommen. Vgl. hierzu Golinski, Matthias (2004): Legenden des KarateMabuni Kenwa und sein Shitô-Ryû.

[20] Bei der Bezeichnung ‚Tôon' handelt es sich um die On'yomi-Lesung der ersten zwei Schriftzeichen (Kanji) von Higashionnas Namen.

[21] Vgl. Estrada. Diese staatliche Organisation wurde im April 1895 in Kyôto gegründet und hatte das erklärte Ziel, alle Stile des japanischen Bujutsu zu standardisieren. Zu diesem Zweck publizierte das DNBK zahlreiches Informationsmaterial und vergab drei spezielle Lehrergrade (Shihan Menjô): Hanshi (eine Art Professor), Kyôshi (Lehrexperte) und Renshi (Experte).

[22] Vgl. Hokama (2005), S. 36.

[23] Die, von Miyagi verwendete, geschlossene Fausthaltung soll ursprünglich eine Eigenart von Miyagi gewesen sein, die später zum Standart wurde. Vgl. Shigekazu in Ravignat (2004b), S. 15.

[24] Miyagi soll die Atemmethode nach seinem Aufenthalt in Fukien geändert haben. Vgl. Shigekazu in Ravignat (2004b), S. 16.

[25] Diese sind die „Eisen-Knochen-Hand“, die „Krallen-Hand“, die „Eisen-Sand-Handfläche“, die „Schwert-Hand“, die „Einfinger-Speer-Hand“ und die „Blut-Bad-Hand“. Vgl. McCarthy (1997), S. 163ff. Zum Bubishi allgemein vgl. Golinski, Matthias (2005): Bubishi – Eine Einleitung zur „Bibel des Karate.

[26] Vgl. McKenna in Ravignat (2004b), S. 16.

[27] In Miyagis Schule wird die Hand auf Höhe der kurzen Rippe gehalten.

[28] Vgl. McKenna (Adventures).

[29] Vgl. McKenna in Opdam (2005), S. 8

[30] Vgl. Ebenda, S. 8.

[31] Vgl. Ravignat (2004b), S. 15. Kyoda sah die Bezeichnung Gôjû-Ryû nie als Angemessen an, um die Arbeit seines Meisters Higashionna Kanryô hinreichend zu würdigen. Vgl. Yagi.

[32] Nach Nakasone Choshin, in Patrick McCarthy, Karate Study List #5156, Juni 2000.

[33] Vgl. McKenna in Opdam (2005), S. 7.

[34] Vgl. Ebenda, S. 10.

[35] Zitiert nach Murakami Katsumi in Estrada.

 

 

 

Bibliographie:

Bishop, Mark (1999): Okinawan Karate: Teachers, Styles and Secret Techniques, Rutland 1999.

Bittmann, Heiko (2000): Karate-Dô: Der Weg der Leeren Hand; Meister der vier großen Schulrichtungen und

         ihre Lehre, Ludwigsburg 22000.

Estrada, Ernest: Kiyoda Juhatsu, in Karate Study List #19572, Oktober 2003.

Higaonna, Morio (1985): Traditional Karate-Do – Okinawa Goju Ryu, Vol. 1, Tokyo 1985.

Hokama, Tetsuhiro (2005): 100 Masters of Okinawan Karate, Selbstverlag, Nishihara 2005

McCarthy, Patrick (1999): Ancient Okinawan Martial Arts, Vol. 2, North Clarendon 1999.

McCarthy, Patrick (1997): The Bible of Karate: Bubishi, Rutland 41997.

McKenna, Mario: Adventures of Tou'on-Ryu – Part III

McKenna, Mario: Who Learned What in Higashionna Kanryo's Nahate?.

McKenna, Mario (2005): Tou'on-Ryu Kicking Techniques, in: Meibukan Magazine #5, Juli 2005, S. 12-13.

Michihara, Shinji/ Yen, Yoshio: International Seminar of Physical Education and Sports History ISOPESH,

         26-30. Sept. 1978, in Karate Study List # 26770, August 2005.

Moledzki, Sam, The Shitô-Ryû Karate-Dô of Kenwa Mabuni

Opdam, Lex (2005): Tou'on-Ryu A Time Capsule of Okinawan Karate – Interview with Mario McKenna, in:

         Meibukan Magazine #5, Juli2005, S. 5-11.

Ravignat, Mathieu G. (2004a): History of Goju-Ryu Karate, Part I, in: Meibukan Magazine #2, Mai 2004, S. 6- 10.

Ravignat, Mathieu G. (2004b): History of Goju-Ryu Karate, Part II, in: Meibukan Magazine #3, September 2004, S. 15-19.

Ravignat, Mathieu G. (2005): History of Goju-Ryu Karate, Part III, in: Meibukan Magazine #4, Februar 2005, S. 12-14.

Yagi, Meitoku: Tou'on Goju-ryu

 

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© Matthias Golinski, 2005

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Der Tôon-Ryû-Schriftzug stammt aus dem Archiv des Autors. Alle übrigen Abbildungen wurden dem Autor mit freundlicher Genehmigung von Russ Smith zur Verfügung gestellt.

Erstveröffentlichung: 15. Dezember 2005

  

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